TTT - Tiny House
Am Lehrstuhl für Baukonstruktion des KIT (Prof. Ludwig Wappner, Helge Hörmann, Peter Hoffmann, Falk Schneemann) wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Karlsruhe im Wintersemester 2019/2020 ein Stegreif unter dem Titel „ttt – tiny timber tourism“ als studentischer Wettbewerb ausgelobt. Der mit dem ersten Preis prämierte Entwurf von Merve Simsek und Mena Ghaly wurde als sortenrein konstruiertes Design-Build-Projekt 1:1 auf dem Campingplatz Karlsruhe-Durlach realisiert. Über die Nutzung für Urlauber und Camper hinaus wird das Haus zu Zwecken der Gemeinnützigkeit für acht Wochen im Jahr an wohnungssuchende Studierende des KIT zur Verfügung gestellt.
Architektonisches Konzept
Das Entwurfskonzept basiert auf der Abstraktion des Urhüttenmotivs, welches in eine zeitgemäße und funktionale Tiny-House-Typologie übersetzt wird. Das Tiny House präsentiert sich nach Westen komplett geschlossen und erzeugt somit im Inneren eine intime Atmosphäre. Gleichzeitig lässt sich der hohe Wohn- und Kochbereich über eine große Öffnung schwellenlos nach Süden auf die Terrasse erweitern. An das Herzstück der Unterkunft wird eine niedrige Nasszelle angeschlossen. Auf diesem Sanitärbereich befindet sich eine Schlafebene für bis zu zwei Personen. Im Osten der Hütte ist ein zweites, geschlossenes Schlafzimmer verortet. In Längsrichtung ist das Haus in drei gleiche Teile mit jeweils einem Meter Breite gliedert. Das mittlere Feld ist von einem Oberlicht geprägt, welches nach Süden geneigt ist. Es legt sich wie ein Band über die ganze Länge des Baukörpers und sorgt so für hohe Aufenthaltsqualität im gesamten Tiny House.
Konstruktions- und Materialkonzept
Als besonderen Anspruch an das nachhaltige Bauen wurde der Entwurf in Kooperation mit der Professur Entwerfen und Nachhaltiges Bauen am KIT weiterstgehend in „sortenreiner Bauweise“ realisiert. Dies bedeutet, dass das Haus vollständig und ohne Abfall zu erzeugen rückbaubar sein wird. Somit kommen keine Kleber oder umweltunverträgliche Baustoffe zum Einsatz. Die Knotenpunkte des hölzernen Tragwerks wurden in Zusammenarbeit mit der Professur Tragkonstruktionen am KIT als Prototyp entwickelt, welche mit weitaus weniger Metallverbindungen auskommt als herkömmliche Verbindungen. Die Fachwerkkonstruktion ist innenseitig mit GFM Platten verkleidet, wodurch auf eine herkömmliche Dampfbremse verzichtet werden konnte. Gedämmt ist die Konstruktion mit Seegraß sowie Holzfaserdämmplatten. Fassade und Dachdeckung bestehen aus Lärchenholzschindeln.
- Lehrstuhlprojekt mit StudierendenKIT Fakultät für Architektur, Professur Baukonstruktion, Gebäude 20.40, Raum 246/247 Prof. Ludwig Wappner Englerstraße 7 76131 Karlsruhe
- BearbeitungszeitPlaungszeit: 2020 - 2022 Bauzeit: 2021 - 2023
- PreiseHugo Häring 2023 - Auszeichnung Hochschulpreis Holzbau 2023 - Auszeichnung Holzbaupreis Baden-Württemberg - Auszeichnung
- ProjektleitungHelge Hörmann, Peter Hoffmannn, Falk Schneemann
- Entwurf und PlanungsteamMerve Şimşek, Mena Ghaly, David Urich, Adrian Obermüller
- CategoriesArchitekturInnenarchitektur